Als der Jenaer Professor Friedrich Schiller 1789 seine Antrittsvorlesung in Jena halten wollte, musste er aus Platzgründen mit seiner vielköpfigen Anhängerschaft quer durch die Stadt zu einem größeren Hörsaal ziehen. Die zehn Jenaer Jahre gehörten zu den produktivsten seines Lebens, denn in Jena schloss er nach Zeiten der Distanziertheit und des Verkennens den Freundschaftsbund mit Goethe. Beide Dichter kamen sich bei einem Gespräch über Philosophie und Kunst am 20. Juli 1794 näher. Später verfassten sie in Schillers Gartenhaus gemeinsam Balladen und in diesem stetem Austausch schrieb Schiller den Wallenstein.

 

Friedrich Schillers Wirken als Professor an der Jenaer Universität hatte zunächst eine Sogwirkung. Zu seinen Studenten zählten nicht nur Friedrich Hölderlin, sondern auch Friedrich von Hardenberg (Novalis). Schiller wurde von Novalis sehr verehrt, und schwärmerisch als der „Erzieher des künftigen Menschen- geschlechts" bezeichnet. Nachdem August Wilhelm Schlegel und seine Frau Caroline sich 1796 in Jena niedergelassen hatten, schien der Beginn der Beziehung recht vielversprechend.

 

Sein privates Glück fand Friedrich Schiller im Februar 1790 bei seiner Vermählung mit Charlotte von Lengefeld in der kleinen Dorfkirche von Wenigenjena.